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Intuition und Astrologie

 Was ist “Intuition” ?

Das Wissen, das man sammelt und die Erfahrungen, die man damit macht, amalgamieren zu dem, was man als Intuition bezeichnet.

Aus konventionell-akademischer Sicht widerspricht die Beschäftigung mit Astrologie  der etablierten Logik und bedeutet vergeudete Zeit. Zumindest ist das so, wenn man die verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Thema ließt. Soweit diese Studien die weit verbreiteten Formen der Populärastrologie untersuchen, die sich auf den Sonnenstand eines Menschen und den zugesprochenen “Charaktereigenschaften” bezieht, pflichte ich dem uneingeschränkt bei. Lebensläufe hierdurch beschreiben zu wollen ist naiver Dilettantismus. Wer das betreibt, erweist weder sich selbst, noch seinem Klienten und letztlich “seiner“ Astrologie irgendeinen Dienst.

Eine sachverständige, fundierte und authentisch angewandte Astrologie widerspricht den Paradigmen westlichen Wissenschaftsdenkens aber in keiner Weise.

Jyotish wird als sehr strenge Wissenschaft betrieben. Wer einen der vielen Prüfungsschritte in der Untersuchung der Stärke oder Schwäche eines Bhavas (Hauses), eines Yogas (einer Planetenkonstellation) oder die eines einzelnen Grahas (Planeten) nicht konsequent einhält, hat Brief und Siegel, dass das Ergebnis seiner Untersuchung und in der Folge  auch die Prognose in die falsche Richtung gehen wird.

Marcello Michelutti

Marcello Michelutti

Jyotish ist weder Zauberei, Magie noch Mystizismus. Der Begriff „Esoterik“  ist ein westlicher Terminus, den man in Indien nicht kennt. Dafür sind die materiellen und spirituellen Ebenen dessen, was als existent erachtet wird viel zu eng und ganz selbstverständlich ineinander verzahnt. Das macht ein Synonym zur Erklärung einer gegenwärtigen geistigen Existenz wie es die Esoterik versucht, überflüssig.

Deshalb ist das Ergebnis der Arbeit eines guten Astrologen auch weniger magic und Intuition keine Gottesgabe wie manche Menschen denken, sondern in allererster Linie eine umfassende Lernarbeit und die sachkundige Anwendung definierter Regeln.

Wer Jyotish erlernen möchte, sollte vier Dinge mitbringen:

  • Sehr gute Englischkenntnisse, denn Jyotishklassiker aber auch seriös aufbereitete Sekundärliteratur erhalten Sie fast ausnahmslos auf englisch oder eben Sanskrit, die Sprache, in der die vedischen Schriften verfasst sind.
  • Unermüdlichen Fleiß zum Lernen sehr vieler Regeln und deren Ausnahmen. Sowie  den Kanon der Ausnahmen zu den Ausnahmen.
  • Den Mut, diese Regeln zum Wohle, zur Klarheit und damit zur Verbesserung der Lebensumstände dessen anzuwenden, der Fragen zu seinem Horoskop stellt. Das  bedeutet, dass der Astrologe in erster Linie die Potenziale, Talente und Möglichkeiten als Chance und Perspektive herauszuarbeiten hat. Dort wo sie begründet sind.
  • Er umfasst aber auch die Bereitschaft, durch Astrologie nicht Augenwischerei zu betreiben, die Hoffnungen und Erwartungen an Stellen weckt, wo sie nicht angebracht sind.

Jyotish ist kein Gesellschaftsspiel sondern das Ergebnis einer Arbeit, die die scheinbare Ambivalenz überwinden muss, dass Astrologie zugleich universelle Offenbarungs- als auch eine akademische Erfahrungswissenschaft ist. Auf reine, ungelenkte Intuition ohne Erklärung der zugrundeliegenden Regeln, würde sich kein seriöser indischer Astrologe dieser Welt berufen können. Denn dann wäre er Wahrsager oder Hellseher, was nicht das gleiche ist, wie ein Astrologe.

“Jyotish is not a joke“

heisst es in Indien und zunehmend nicht mehr nur dort.

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