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Mittel und Wege – die “Upāye”

Was unterscheidet Jyotish von gewöhnlicher Astrologie?

Upāye im Jyotish

Als Astrologe bin ich selbst vor einigen Jahren aus der Kirche ausgetreten und sehe mich als religiös und weltanschaulich frei. Denoch möchte ich Ihnen hier einen kleinen Überblick darüber geben, an welchen Stellen Jyotish bei der reinen Analyse eines Geburtshoroskopes nicht stehenbleibt.

Zur Unterstützung verschiedener Prozesse und dort wo es wirklich hilfreich erscheint, gibt es im Jyotish eine Reihe sogenannter Upāye (remedies oder remedial measures): quasitherapeutische oder kurative Abhilfemaßnahmen, die Sie selbst durchführen können. Was bei Ausübung und Anwendung dieser remedies geschieht, ist eine affirmative Einflussnahme auf das Karma auf einer teils äußerst subtilen Ebene, um die Lebensumstände und die mentale Stabilität in Phasen äußerer wie innerer Entwicklungsprozesse, die häufig mit Unsicherheiten und Turbulenzen einhergehen, zu verbessern. Speziell im Jyotish geschieht die Verfolgung dieses Zieles mittels einer Planetenbesänftigung (Graha Shanti).

Unter bestimmten Umständen kann es nämlich ratsam sein, einen Planeten zu stärken, wenn er durch eine schwache Position Probleme im Horoskop anzeigt. Ebenso kann eine Besänftigung bedeuten, einen allzu starken Planeten in seiner Wirkung abzumildern, um seine virulente Wirkung zu reduzieren.

Ich empfehle ausschließlich remedies, die meine Besucher mit entsprechend häufiger Rückmeldung als hilfreich und wirksam bestätigt haben. Ich bin überzeugt, dass diese typisch indische Form spiritueller Praxis an den entsprechenden Stellen und Ebenen des Lebens arbeiten und karmische Prozesse beeinflussen und somit den Fluss des Lebens vereinfachen und erleichtern können. Aber ebenso groß ist mein Respekt, damit nicht leichtfertig zu experimentieren und sie mit entsprechender Vorsicht zu empfehlen.

Mir ist bewusst, dass eine solche Praxis in unserem Kulturraum exotisch und bizzar wirken mag. Andererseits ist aus meiner Sicht der hiesig verfolgte Ansatz, dass nach dem astrologischen reading der Gang zum Therapeuten oft notwendigerweise auf dem Fuße folgt, nicht die Lösung. Sie erhalten von mir lediglich dann eine solche Empfehlung, wenn Sie das ausdrücklich wünschen. Sie können sich sicher sein, dass ich eine solche Empfehlung nicht aussprechen werde, ohne mich vorher mit erfahrenen Fachkollegen ausgetauscht zu haben um in Ihrem Sinne kein Risiko einzugehen. Weiterhin wird jede remedy in Bezug auf die Schwere der Indikation und der potentiellen Wirkung gemäß dem Geburtshoroskop abgewägt.

Unter diesen möglichen remedies seien zum Beispiel genannt:

  • Das gezielte und kontrollierte Fasten an den Wochentagen, über die ein besonders einflussreicher Planet im Horoskop herrscht und der in seinen Auslösungen sowohl auf Dasa- als auch auf Bhuktiebene und in seinen Herrschaftsgebieten im Horoskop Schwierigkeiten bereitet.
  • Die Rezitation von Mantras unter Verwendung eines Yantras und unter Einhaltung der entsprechenden Riten, die auch hier im Westen leicht durchführbar sind.
  • Das Spenden an bestimmten Wochentagen.
  • Der Besuch und die Teilnahme an speziellen “Pujas” oder “Archenai” in Hindutempeln, die es in jeder größeren Stadt  gibt.
  • Die Katha, als sehr simple und leicht durchzuführende Methode einer remedy ist das Lesen bestimmter spiritueller Texte je nach Indikation zu entsprechenden Phasen (Dashas und Transiten) wie zum Beispiel dem Sade Sati oder der Phase des Sani Asthami.
  • Je nach astrologischer Geneigtheit auch körperliche und gymnastische Disziplinen wie die unterschiedlichen Formen des Yoga.
  • Die Anschaffung eines speziell angefertigten Edelsteines zur Besänftigung bzw. Stärkung eines gesundheitlich problematischen Planeten, der vor allem auf körperlicher Ebene wirkt, wo er auch getragen wird.

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